Grenzerfahrung? – Glück im Unglück😇

Kurze Zusammenfassung meines Tages in einem kurzen Text, den Silke (meine heutige Herbergs“mutter“) in einer Zeitschrift gefunden hat. Vielleicht ersetzt ihr Sandsturm mit Wellensturm😉.

Heute früh bin ich mal wieder um 5:00 Uhr aufgestanden. Ganz entspannt und ohne Hektik packte ich meine Sachen zusammen und ging zum Strand. Seht ihr, was ich sah. Für mich war in diesem Moment klar, nicht gut (ich meine zum paddeln).

OK. Also warten und hoffen, dass der Wetterbericht Recht hatte. So vertrieb ich mir die Zeit ein wenig, aber wirklich ändern an Wind und Wellen tat sich nichts.🤔

Doch dann hatte ich das Gefühl, dass der Wind ein wenig nachließ. Nach einem kurzen Telefonat mit Kai wagte ich einen Versuch in den Wellen. Ich glaube, das waren die höchsten, die ich bisher durchquerte, aber sie waren mit mir, zumindest bis kurz vorm Ende des Schießplatzes Todendorf. Dennoch stand ich unter höchster Konzentration und Körperspannung: in die Wellen rein drehen und im richtigen Zeitpunkt kurz für Erholung sorgen. Die ca. 3-4 km des Militär-Bereiches teilte ich mir in kleine Stückchen auf (bis zum nächsten Baum, Schild etc.). Das half sichtlich und plötzlich sah ich die Abgrenzung vom anderen Ende. Doch dann nahm auch noch der Wind zu. Was sollte ich machen? Da musste ich jetzt irgendwie durch, beruhigend war, dass ich immer den Meeresboden sehen konnte. Also letzte Kraft zusammennehmen und dann erreichte ich den Strand hinter dem Zaun. Puh.

Pause vorm Behrensdorfer Leuchtturm – Erholung- Durchatmen- Überlegen

Ich hatte auch hier den Eindruck, dass der Wind nachzulassen schien und ich wusste, wenn ich jetzt weiterpaddle, kann ich ja jeder Zeit anlegen zumindest bis zum Naturschutzgebiet und das war dieses Mal wirklich nicht so groß 🤔. Doch auch hier kurz vorm Ende des Gebietes nahm der Wind wieder zu und die Wellen wurden höher, teilweise so hoch wie ich sitzend auf meinem SUP. 🤔 An dieser Stelle war mir nun klar, dass ich Pause machen werde und dazu musste ich aber irgendwie an den Strand. Inzwischen war das Wasser so flach, dass sich immer mehr Wellen brachen, auch über meinem SUP. Eine Welle warf mich und das SUP dann um. Da merkte ich, dass es super flach unter mir war: Paddel suchen, SUP umdrehen (alles war wie vorher an Ort und Stelle) und ab an Land. Dieses Ereignis bleibt mir wohl im Kopf. Es ist zwar nichts passiert, aber mir wurde klar, dass das jetzt ein Zeichen war, nicht mehr weiter zu paddeln für heute und das nächste Mal nicht solch eine Grenzerfahrung einzugehen. Und dann kam Silke, meine Rettung. Durch sie erfuhr ich, dass ich auch bis zum nächsten Zeltplatz laufen könnte. Aber es kam noch besser, sie begleitete mich und bot mir einen Schlafplatz an.

Abbruch für heute

Hier ein paar Eindrücke vom Lipper Yachthafen und dem Hafenimbiss „Lipper Allerlei“, sehr liebevoll geführt. Es gab heute für mich Forellenfladen und Melonensalat 😋😋😋.

Strecke: ca. 12,2 km (Aufzeichnungsapp streikt schon wieder, ich glaube, sie mag die Well+ ca. 1km Fußmarsch (Hohenfelde-Lipper Yachthafen)

Highlight: der „Engel“ Silke, der wie aus dem Nichts an den Strand nach meiner Strandung kam und mich einlud, in ihrem Gästezimmer vom Wohnwagen zu schlafen. Ich nahm dankend an und war ziemlich happy und gerührt über die herzliche Einladung.🤗🥰

Herausforderung: Paddeln in den Wellen plus zunehmenden Wind und mit Geduld 6km am Stück ohne Pause (keine Chance zum Anlegen)

Danke: an Kai💓, dass du für mich da bist, wenn ich es brauche 😘, Danke an Karin von einer evangelischen Gemeinde aus Bremen, die mir am Strand am frühen Morgen einen Kaffee gebracht hat, Danke an Willi fürs reinsetzen des SUPs und Ganz ganz lieben Dank an Silke, bei der ich heute untergekommen bin und auf einer richtigen Matratze schlafen darf. 🤗🤗🤗

Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen und Begegnungen, die ich hier auf meiner Tour erleben darf. 🙏

P.S. Morgen Mittag werd ich interviewt vom NDR Radio. Am Nachmittag soll das dann wohl gesendet werden. Wenn ich weiß, wann, schreib ich das hier kurz. Bin ein wenig aufgeregt. 🥴 Danke Kai, dass du mir das eingebrockt hast 😉

2 Kommentare

  1. Avatar von Manuela Dürkop Manuela Dürkop sagt:

    Hi, Anja, das sind ja Berichte,die einen mindestens staunen lassen. Aber auch ein wenig Furcht schleicht sich ein. Die Grenzerfahrung muss nicht wirklich sein… boah, das schien knapp zu sein…
    Wie wunderbar,dass du dann immer auf Menschen getroffen bist,die dir zur Seite standen.,!!
    Wow, ein Interview mit dem NDR!!..Bin gespannt.
    Weiterhin gute Fahrt.Herzliche Grüße aus Lübeck

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    1. Liebe Manuela, ja, aber es war eigentlich im Nachhinein nur ein Schock und ein Wachrütteln. Sandsturm eben 😉. Danke fürs Begleiten 🤗

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